Eine neue Methode ermöglicht jetzt Schilddrüsenoperationen ohne kosmetische Folgen. Der Schnitt erfolgt über die Achselhöhle.

Der Knoten an der Schilddrüse musste bei Catharina Friedl, 23, schnell operiert werden. Mit ihrer Überweisung ins Herz-Jesu Krankenhaus hatte sie doppelt Glück. Ihr behandelnder Arzt, Oberarzt Dr. Behrooz Salehi, Facharzt für Allgemeinchirurgie und Leiter der Schilddrüsenambulanz des Hauses, ist äußerst erfahren im Umgang mit Schilddrüsenerkrankungen. Und außerdem hat er profunde Kenntnisse über eine neue Methode der Schilddrü- senoperation, die das für viele Frauen große kosmetische Problem bei der herkömmlichen Operation löst. „Bei dieser Methode, die in Südkorea ent - wickelt wurde, erfolgt der Zugang zum Knoten nicht wie bisher über einen Schnitt am Hals, sondern über einen in der Achselhöhle“, erklärt der Chirurg. „Der Hals bleibt dabei vollkommen narbenfrei.“

Von der Achsel zur Schilddrüse

Tatsächlich genügt ein kleiner Hautschnitt in der Achselhöhle, um die Instrumente, die unter anderem schneiden, fixieren, filmen und Licht geben können, minimalinvasiv zum Operationsgebiet bringen zu können. Der Operateur führt die Instrumente dabei im Fettgewebe unterhalb der Haut und oberhalb des Brustmuskels bis zur Schilddrüse. Der Eingriff selbst dauert mit rund zweieinhalb bis drei Stunden etwas länger als die herkömmliche Operation, da der Zugang etwas weiter vom Operationsgebiet entfernt ist, doch mit mehr als zwei Tagen Krankenhausaufenthalt muss man nicht rechnen. Die unverletzte Schönheit ist allerdings nicht der einzige Vorteil der neuen Methode. „In der Regel ist auch der postoperative Schmerz geringer und Schluckbeschwerden bleiben aus, denn der empfindliche Hals und die Stimmbänder werden geschont“, sagt Salehi. Außerdem ist beim sogenannten transaxillären Zugang die Gefahr im Fall einer Nachblutung wesentlich geringer, denn Blut oder Sekret kann nicht auf die Luftröhre drücken, sondern wird mittels Drainage über die Achselhöhle ausgeleitet.

Einziger „Nachteil“ der neuen Methode ist, dass sie bisher nur für ausgewählte Patientinnen und Patienten in Frage kommt. Denn verschiedene Faktoren wie etwa die Art der Schilddrüsenerkrankung, vorangegangene Operationen und die körperliche Verfassung müssen für die Entscheidung berücksichtigt werden, ob dieser Weg der beste für die betroffene Person ist. Für Catharina Friedl war er das offensichtlich: „Obwohl ich die erste Patientin in Österreich war, die auf diese Art operiert wurde, gab es keinen Grund, allzu nervös zu sein. Ich wurde im HerzJesu Krankenhaus bestens betreut und hatte auch nach der Operation keine nennenswerten Beschwerden.“ Besonders freut sich die hübsche junge Frau darüber, dass keine sichtbare Narbe am Hals zurückgeblieben ist. „Die Ästhetik war mir wichtig und ich bin glücklich, dass alles so gut ausgegangen ist.“

Artikel zu finden unter folgendem Link, ab Seite 10:

Eine neue Methode ermöglicht jetzt Schilddrüsenoperationen ohne kosmetische Folgen. Der Schnitt erfolgt über die Achselhöhle.

Schilddrüsenoperation ohne Narbe / ORF 2 (Bewusst gesund das Magazin vom 21.01.2017)

Das Interview mit Dr. Salehi

 

 

 

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